Das Sterben der letzten Zeug:innen, die Rückkehr des Kriegs nach Europa, der Aufstieg politischer Dämonen, die wir überwunden geglaubt haben - wegzubrechen scheint die Stellung in der Geschichte, die europäische Gesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten für sich beansprucht haben. Zurück bleibt eine Unsicherheit, die allerorten zu spüren ist. Auch die Künste suchen eine Antwort darauf.
In diese Lücke tritt nur scheinbar das dokumentarische Theater. Denn es verspricht zu erhalten, was auf dem Spiel steht: den authentischen Ausdruck der Erinnerung, von der wir hoffen, dass sie uns gegen die Rückkehr des verheerenden 20. Jahrhunderts immunisiert. Doch läuft gerade dieser Positivismus Gefahr, die Fantasie einer Überwindung eigenet Gewaltgeschichten zu wiederholen.
Bräuchte es als Antwort nicht ein Theater, das eine Sprache für diejenigen Dinge findet, die nicht stattgefunden haben? Eines welches das ganze Potenzial des Theaters ausschöpft: als (Alp-)Traum-Maschine einer Welt, deren Fieberkurve immer wieder neu nachzuzeichnen ist? Als Ort der Fiktion, die eine mögliche Zukunft abbildet?
Sa 28. März, 19:00
Kaserne Basel, Rossstall 1
Dauer: ca. 40 Minuten
Eintritt frei | Platzgarantie nur mit Anmeldung über dieses Formular