In der Welt der Kunst und des Theaters gibt es die Aussage, wonach mit den Mitteln der Kunst die Realität nicht bloss dargestellt, sondern konkret verändert werden solle. Ein nachvollziehbarer Wunsch. Nicht selten hat er jedoch zur Folge, dass diese Kunst sich der Logik der Politik zu unterwerfen beginnt. Sie verändert die Realität nicht, sondern passt sich ihr an. Didaktik ist die Konsequenz. Der Suspense eines KPDSU-Parteitags unter Breschnew.
Sämtliche Arbeiten die wir bei den diesjährigen Dokumentartagen zeigen, haben eine direkte Verbindung in die Realität. Doch anstatt ihre Sprache zu übernehmen, wagen sie den Sprung ins Widersprüchliche und Poetische. Carolina Bianchis Stück «Die Braut und Goodnight Cinderella», mit der wir die diesjährigen Dokumentartage eröffnen, dringt in die Politik ein und sprengt sie von innen. Sie entzieht sich sämtlichen Labels und ist schamlos in dem Vorhaben, mit der grösstmöglichen künstlerischen Hingabe verwundbar zu sein. Liegt darin womöglich eine Form radikaler Menschlichkeit?
Geführt und moderiert von der Akademie der Künstlerinnen.
Do 26. März, 16:00 Uhr
Kaserne Basel, Rossstall 2
In englischer Sprache
Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt frei
Mit: Teilnehmende der Akademie der Künstler:innen